Donald Alexander Smith, Lord Strathcona und Mount Royal

Donald Alexander Smith wurde am 06. August 1820 in Forres, Schottland, geboren. Er lebte zu einer Zeit, die von einem noch nie dagewesenen Wandel und Einfallsreichtumg geprägt war. Er wuchs in armen Verhältnissen auf und stieg dennoch zu einer führenden Kraft in der kanadischen Entwicklung und zum Selfmade-Millionär auf.
Kurzum: er war ein bemerkenswerter Mann.

Donald Alexander Smith

Donald Alexander Smith

Seine Onkel Robert und John prägten seine Träume und Ziele bereits in jungen Jahren, beide arbeiteten für die Hudson Bay Company in Kanada. Ihre Erzählungen und Geschichten über Abenteuer und Begeisterung lockten ihn fort von Schottland und von seinem Beruf in der Kanzlei Watson, bei der er Gesetzestexte vervielfältigte. So trat er der Hudson Bay Company bei und verließ Großbritannien mit gesetzten Segeln und großer Erwartung, Begierde und Hoffnung am 16. Mai 1838.

Smith machte seine Lehre bei der Hudson Bay Company, der ein beachtliches Stück Land in Kanada gehörte. Er war am Handelsposten in Tadoussac, Quebec, stationiert, der aus einem einzelnen Haus bestand. Es war eine herbe und fordernde Landschaft, die vor allem in den Wintermonaten unbewohnbar war und den Charakter von Smith grundlegend veränderte und prägte. Zu seinen Aufgaben gehörten Schätzungen des Wertes von Pelzen und das detaillierte Beschreibung verschiedener finanzieller Transaktion. Er fiel dem Unternehmen stets positiv auf und stieg dadurch kontinuierlich weiter auf:

    1855    war er zuständig für die Region Esquimaux
    1862    stieg er zum Bezirksleiter auf
    1871    wurde er Hauptkommissionär
    1874    Bezirkshautpmann
    1886    wurde er schließlich Geschäftsführer der Hudson Bay Company

Die kanadische transkontinentale Eisenbahn

The Final Spike

Der letzte Nageln

Seine wohl größte Leistung reichte über die Grenzen der Hudson Bay Company hinaus. Smith war entscheidend an dem ehrgeizigen und kühnen Projekt beteiligt, eine zukunftsweisende transkontinentale Eisenbahn von Montreal nach Vancouver entlang der pazifischen Küste zu bauen.

Bei diesem gigantischen Projekt war Smith sowohl Chef des Verbandes als auch Hauptaktionär. Durch seine Vision und sein Durchhaltevermögen bei dieser revolutionären Aufgabe wurde ihm die Ehre zuteil, am 7. November 1885 den letzten Nagel in die Schienen zu schlagen. Dieses Ritual wird bis zum heutigen Tag jährlich wiederholt, um die Bedeutsamkeit dieses Ereignisses zu unterstreichen. Durch die Verkürzung der Fahrt von Montreal nach Vancouver von zweieinhalb Tagen auf zwei Stunden öffnete der Schienenverkehr den Nordwesten Kanadas für den Handel, die Industrie und Siedler.

Ein Mann von Welt

In dieser Zeit entwickelte er sich zu einem klugen und scharfsinnigen Investor und erarbeitete sich einen erheblichen Aktienbestand. Das Ausmaß seines Einflusses und seiner Macht wurden durch seine Berufung zum Direktor der Bank von Montreal in 1872 und seine Ernennung zum Präsidenten der Bank in 1886 verdeutlicht. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein wohlhabender Mann und die Schlüsselfigur in Montreal, wenn nicht sogar in ganz Kanada. 1896 kehrte er nach London zurück, um den Posten des Hochkommissars aufzunehmen, wodurch er der wesentliche kanadische Repräsentant im Britischen Königreich wurde. Diese Position musste er im Alter von 90 Jahren wieder aufgeben. Sein Lebenswerk und seine Vorzeige-Karriere wurden 1895 öffentlich gewürdigt – ihm wurden das Knight Grand Cross von St. Michael und St. George verliehen. Dieses bezeichnet die höchste Klasse im britischen Ritterstand. Er trat 1897 ebenfalls in den Adelsstand ein, als er Lord Strathcona in Argyll und Mount Royal in Quebec und Kanada wurde.

Lord Strathcona with friends and family outside Glencoe House circa 1905

Lord Strathcona mit Freunden und Familie vor den Türen des Glencoe House circa 1905

Donald Alexander Smith – der Wohltäter

Über Donald Smiths berufliche Erfolge berichtete die Literatur vielfach, was angesichts seiner Laufbahn selbstverständlich ist. Seine beruflichen Erfolge drängen die übrigen Aspekte seines Lebens in den Hintergrund, spiegeln sie doch eine zentrale Facette wider. Seine wohltätige Arbeit war ebenso von Erfolg gekrönt und er spendete in großzügiger Manier für Institute vom Ballachulish & Glencoe Shinty Club bis hin zum King Edwards-Krankenhaus. Erwähnt werden müssen auch die Spenden an die McGill-Universität in Montreal, unterstreichen sie doch eine weitere Facette von Smits Charakter. Zeitlebens strebte er danach, Frauen die Chance einzuräumen, höhere Bildungseinrichtungen zu besuchen. So stiftete er 1884 speziell für die Bildung von Frauen $50,000. Kurz nach seinem Beitritt in den Universitätsausschuss stellte er mit Hilda Oakley 1899 sogar die erste weibliche Direktorin.

Donald Smiths Errungenschaften stellen die persönliche, private Facette dieses bemerkenswerten Mannes in den Schatten. McClintock beschrieb Smiths Erscheinungsbild im August 1860 mit folgenden Worten: „He was about forty years old, some five feet ten inches high, with long sandy hair, a bushy red beard and very thick red eyebrows”.

„I have breakfast at 9am and dinner at 9pm and that gives me eleven hours daily for work“

Lord Strathcona

Er war eine anspruchsvolle Person und aß nur sehr wenig in dem Glauben, dass dies das Geheimnnis zu Gesundheit und einem langen Leben sei. Er lebte für seine Arbeit. Donald Alexander Smith alias Lord Strathcona starb am 21. Januar 1914 im Alter von 94 Jahren. Viele schillernde Persönlichkeiten verfassten Briefe der Anteilnahme, darunter der König selbst. Sir Wilfried Laurier, früherer Premier Minister von Kanada, fasste die Gefühle vieler Menschen in folgenden Worten zusammen:

„I do not think there has been any Canadian whose loss was occasioned so deep and so universal sorrow. He is mourned by His Majesty, by the authorities of commerce and finance in London whose equal he showed himself to be, by the poor of London for his generosity, by the people of Scotland with whom he remained in close relations to the end, and by Canadians, high and low, rich and poor, of whatever race or creed“

Sir Wilfred Laurier, Prime Minister of Canada 1896-1911

„The best way to live to an old age is by not thinking about age at all, but just going on doing your work“

Lord Strathcona, aged 91