Glencoe House

Schon sein ganzes Leben wusste Smith, dass er eines Tages in seine ursprüngliche Heimat nach Schottland zurückkehren würde. Hier wollte er eine Heimat für sich, seine Frau Isabella und zukünftige Generationen schaffen. Er hatte Schottland als junger Mann mit Potential verlassen und kam als wohlhabender Mann von Welt zurück.

1894 ersteigerte Smith in Edinburgh ein großes Stück Land. Das Grundstück, dessen Preis mit £13,330 dokumentiert ist, befindet sich in der berühmten Glencoe-Region in Schottland und erstreckt sich über mehr als 19,400 Hektar. Auf dem Anwesen gab es sowohl Acker- als auch Moorland und eine Viehlzahl an Minen, Farmen und Bauernhöfen.

1895 beauftragte Smith Sir Robert Rowand Anderson, Schottlands besten Architekten, mit dem Entwurf eines Hauses, das zum Kronjuwel der Region werden sollte. Zudem wollte er seiner Hochzeit mit Isabella gedenken und den Grundstein in Schottland für zukünftige Generationen legen. Mit 75 Jahren bezog er das Haus und hoffte, es würde nach seinem Tod von seiner Tochter und ihren Kindern bewohnt.

Glencoe House in 1905. Courtesy of the Osler Library at McGill University

Glencoe House 1905 (zur Verfügung gestellt von der Osler Library der McGill University)

Das Haus befindet sich an einem alles überragenden Punkt mit perfektem Blick auf Loch Leven zur einen und den Pap of Glencoe zur anderen Seite. Von dort dominiert es den kompletten Landstrich. Das Haus wurde vor allem aus Granit gebaut und in roten Sandstein verkleidet. In die Außenfassade haben professionelle Steinmetzen eine Viehlzahl an Symbolen geritzt, zum Beispiel Lord Strathconas Wappen – ein Bieber, der am Stamm eines Ahornbaums nagt. Nachempfunden ist dieses Bild seinem Motto, „Beharrlichkeit“.

Stonework detail

Detailiertes Mauerwerk

Die Initialien von Mr. und Mrs. Smith, DAS und ISS (lateinisch JSS), wurden ebenfalls über einigen Fenstern in das Mauerwerk geritzt. Die individuellen Initialen unterstreichen Isabellas starken Charakter und verdeutlichen, dass sie nicht im Schatten ihres berühmten Mannes stand.

Auch die Innenausstattung hält an dem Motiv der Hochzeit fest. Den Decken wurde besondere Aufmerksamkeit geschenkt, die aufwendigen Verzierungen umfassen Disteln, Lilien, Rosen, Ahorn- und Eichenblättern, die des schottischen, englischen und kanadischen Erbes ihrer Enkelkinder gedenken sollten. Die durchdachten Verzierungen, Holzschnitzereien und der weiße Marmortreppenaufgang sollten Lord Strathconas Gäste beeindrucken. Beim Bau des Gebäudes wurde an nichts gespart und die exklusive Einrichtung ist ein Zeugnis der fähigen Handwerkskunst dieser Zeit. Die Gesamtkosten sind in einer Höhe von £30,000 überliefert, und doch ist es schwer zu schätzen, wie hoch sie tatsächlich waren.

„The house was a grand love letter from Donald to Bella in celebration of their life together“

MacDonald, 2002

In Wirklichkeit verbrachte das Paar nur 4-6 Wochen pro Jahr im heutigen Schlosshotel, da Smiths Arbeit ihn an London band. Trotzdem wurden hier viele Familienfeste gefeiert, die Fotografien von Gwendolen Marjorie Howard von 1905 erinnern an sie. Gwendolen war die Schwägerin von Margaret Charlotte Smith (Donalds und Isabellas Tochter).